Sonntag, 17. November 2013

Istanbulmarathon 2013 - Ich bin auf den Geschmack gekommen!

Eigentlich war ich ja schon lange zuvor der Meinung, dass ich süchtig nach Sport bin.
Wenn ich nicht jeden Tag meinen Körper durch den Fleischwolf drehe, geht mir schon etwas ab ;).
Niemals zuvor habe ich aber die Atmosphäre eines Wettkampfes geschnuppert.
Heute war es endlich so weit... und es war einfach unbeschreiblich!



Eigentlich wäre es ja für mich nie zu diesem Lauf gekommen. Als alter Geizhals wollte ich kein Geld für etwas ausgeben, bei dem ich wie ein Hornochse schwitzend durch die Gegend renne.
Gestern kam es aber zu einem schicksalhaften Ereignis. Durch ein mysteriöses Vorkommnis schoss meine Kamera ein Foto von einem der Nummernschilder, das den Teilnehmer als autorisierten Läufer für den Istanbulmarathon kennzeichnet.
Wie durch Geisterhand flog mir dann auch noch eine fast echt wirkende Fotokopie des Nummernschild in die Hände. Sollte ich diese Chance nicht nutzen?
Zwar würde ich nun entgegen den Vorschriften an dem Lauf teilnehmen, aber würde ich jemanden schaden? Nein, die Straße sollte ja genügend Platz bieten und niemand würde von der Brücke springen, wenn ich sie querte. So war wenigstens mein Verdacht, der sich schlussendlich auch bestätigte!

In der Nacht des Wettkampfes konnte ich kaum ein Auge zu machen. Irgendwie war mein Kopf erfüllt von Gedanken, die den Lauf betrafen. Würde es klappen? Könnte ich teilnehmen? Toilette?
Je länger ich nicht einschlafen konnte, umso mehr strapazierte ich meine Hirnwindungen hinsichtlich meiner Leistungsfähigkeit am morgigen Tag.
Wenn möglich wollte ich doch nicht schon nach wenigen Minuten zusammenbrechen und nach einem Lazarett bitten und betteln. Wie sollte das auch aussehen? Da zieht man sich Klamotten an, die einem als ambitionierten Läufer kennzeichnen, trägt einen Laufrucksack auf dem Rücken und die Garmin piept auch noch ganz wichtig in der Gegend rum... . Ein schnelles Ende wäre einfach prekär!
Gerade für mein Selbstbewusstsein wäre dies eine Garantie für ein wochenlanges seelisches Tief ;)!
Ein anderes Thema war das Überholen!
Wie wohl viele andere Läufer auch, hasse ich es, wenn mich jemand überholt. Da ich bis jetzt noch nie in großen Menschenmengen gelaufen bin, kam das praktisch auch noch nie vor. Ich hatte höllische Angst. Je länger man etwas aufschiebt umso schlimmer wird es.
Nun musste ich mich dieser Sache stellen:
Sicher würden mich schon die Omas nach wenigen Metern überholen!

Der Morgen brach an. Schnell noch ein Brot verschlungen und schon ging's um 06:40 in Richtung Taksim, bei dem die Busse zum Startpunkt des Marathons fahren würden.
Kontrolle von Nummernschildern? Fehlanzeige! Nichts machte auch nur den Anschein einer Kontrolle. Ich sah keinen einzigen Security. Natürlich standen am Taksim die obligatorischen Maschinengewehrträger der Polizei, aber die machten ja eh wie immer Hans Guck-in-die-Luft!
Auf dem Weg zu den Bussen musste man sich an einer eher unkoordiniert wirkenden Menschenschlange anstellen. Es gab eine schöne rote Laufmütze als Geschenk! Leider hatte ich ja schon meine Bandana auf dem Kopf und so kam ich an diesem Tag nicht in den Genuss dieser Kopfbedeckung. Da es aber bekanntlich noch nicht aller Tage Abend ist, kann es wohl in Zukunft doch noch dazu kommen ;).

Die Fahrt war angenehm. Nirgends gab es Stau. Die halbe Innenstadt war auch vorsorglich gesperrt worden. Immer noch voller Angst erwartete ich das Vollstreckungskommando am Startpunkt! Irgendwo mussten die doch kontrollieren. Zu meinem Glück gab es schlichtweg keine Kontrollen. Top Support für meine kleine Gaunerei ;)!

Es ist ein Spektakel! Festivals können da nicht mithalten. Man ist freudig erregt, es kribbelt im Magen, die Finger zittern und man schaut dem Treiben einfach schon fast meditativ zu. Überall laufen Verkleidete herum und die Leute sind alle freundlich: Es ist Ausnahmestimmung angesagt!

Ich will niemanden etwas vormachen. Natürlich würde ich nicht den Marathon laufen. Mir reichen auch schon die zehn Kilometer (schlussendlich wurden es dann doch die fünfzehn Kilometer, aber dazu später mehr). So war ich nicht so unter Druck wie wohl die Marathonläufer :). Ich konnte die Atmosphäre auf mich wirken lassen.
Einmal lief ein alter Herr durch die Menschenmenge. Er hatte ein Radio in seiner Hand und trug eine Startnummer, die ihn als einen Läufer kennzeichnete, der die 42 Kilometer in Angriff nimmt. Er sprang herum und belustigte die Leute. Keine Droge war im Spiel. Er war einfach gut drauf und genoss den Augenblick!


Zehn Toiletten und das Hundertfache an Interessenten. Einziger Minuspunkt an diesem Marathon!
Als Mann hat man es einfach, aber wenn man als Dame an der Sache teilnehmen will, ist das schon etwas unangenehm :).
Meine Laufkollegen warteten auf Einlass in eines der erlauchten Gemächer, die auch als Dixiklos bekannt sind.


Derweil marschierte ich zu Bussen, die das Gepäck lagerten. Erstmal fand ich den richtigen Bus nicht und zweitens wäre auch meine Läuferkarriere schon fast zerplatzt bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Als ein jemand, der ja die Tollpatschigkeit gebucht hat, wäre ich fast über eine Leitplanke geflogen. Ich hatte die Höhe falsch eingeschätzt und so grätschte ich mit meinen Beinen darüber, hätte mir fast einen Wolf im Schritt gerissen und wäre anschließend mit der Nase voran auf dem Asphalt gefallen. Alleine die Gunst Fortunas rettete mich vor diesem glanzlosen Abritt und ich schaffte es schließlich fast ohne Schmerzen über die Leitplanke. Es tut mir zwar auch jetzt während dem Schreiben noch die Hüfte weh, aber das ist jetzt auch schon egal ;).

Irgendwann standen wir dann in einer gigantischen Menschentraube und warteten auf den Start. Eine Frauenstimme animierte die Leute zu diversen Aufwärmübungen und es machten auch viele der Läufer mit.

Auf einmal ging es los. Die Menschen drängten nach vorne. Die Uhren wurden gestellt, die Smartphones wurde begrapscht und so mancher gab auch einfach Mutter Sonne einen Luftkuss!
"GoGoGo" ....ohne Rücksicht auf Verluste mit Beinen, Armen, Händen und Kopf sich einen Weg durch die Menge bahnen. Das war nun angesagt!
Es wäre mir ja fast passiert, dass ich eine wirklich alte Dame komplett umgemäht hätte. Zum meinen Glück konnte ich aber gerade noch ohne viel Körperkontakt an ihr vorbeifallen. Ich vergewisserte mich, dass sie nicht zuviel abbekommen hatte und ja... sie lachte!

Wir waren nun auf der Bosporusbrücke. Sie verbindet zwei Kontinente: Asien und Europa und wir starteten im asiatischen Part und liefen nach Europa! Wie vielen großen Eroberer vergangener Tage ging es für uns nun auch in Richtung Abendland ;)!
Leider kann ich jetzt gar nicht so sagen wie die Aussicht von dieser Brücke war. Ich war mehr damit beschäftigt nicht die Leute umzurennen. Viele nutzten den Marathon auch zu einer gemütlichen Wanderung. Das war schon etwas ungemütlich für uns Läufer. Immer wieder stand jemand vor einem und machte Fotos von der schönen Aussicht!

Es ging gut voran. Die Strecke war toll. Wenn man nun schon längere Zeit in Istanbul lebt, kennt man die Gegend. Sie ist immer mit Autos voll. Da ich ja auch oft dort laufe, schätze ich nun sehr diese autofreie Zeit. Musik war überall zu hören. Es gab klassische türkische Musik, aber auch neuartige Einheizmusik. Alles nur für uns Läufer! Toll!
In gewissen Abständen konnte man sich mit Wasser stärken oder sich einen Schwamm nehmen.

Irgendwann kam ich dann am "Zehn Kilometer-Finish" vorbei und mein Körper zeigte noch wenig Ausfallerscheinungen. Ich dachte mir, die anderen fünf Kilometer kann ich dann auch noch laufen. Es war bissl härter, aber nach der Analyse der Laufdaten war die Geschwindigkeit relativ gleich.
Im Ziel angekommen drückte mir ein Mann eine Plastiktüte in die Hand.
Neben einer Vielzahl an Leckerlis gab's auch eine Medaille!
Zwar hatte ich betrogen und es tut mir auch ein bisschen Leid, aber sch****drauf: Ich hab jetzt so ein rundes, schnuckliges Teil -> Medaille! :)



Ergebnis:

10 Kilometer: 41, 851 min
15 Kilometer: 61, 871 min

Wenn sich mal jemand hier in meinen Blog verliert, der irgendwas mit Marathonveranstaltungen zu tun hat: Keine Angst! Ich zahle ab jetzt dafür! Großes Ehrenwort! Ich schwöre auf den großen Manitu!

Warum gefiel es mir so gut?
Die Menschenmenge, die Atmosphäre und die ganze Aufregung die einem überkommt, wenn man das Startgebiet betritt. Die Wartephase aber auch der Flash während des Laufens... ein Genuss! Es macht einfach nur Spaß!
Erst jetzt zuhause vor dem Laptop, wenn man den Tag Revue passieren lässt und sich jede Nuance noch einmal durch den Kopf gehen lässt, muss ich sagen: Der ganze Lauf war ein grandioses Erlebnis, der mit Schmerz aber auch mit Freude erfüllt war! Mit dem Zieleinlauf erreicht man dann sein selbst gewähltes Ziel und darf in einem Meer voller Stolz auf seine eigene Leistung "baden". Mehr oder weniger ;).
Nichtsdestotrotz hat es auch ein Manko:
Ich kenne mich ja allzu gut! Es könnte nun in einer Sucht enden ;).









Freitag, 15. November 2013

Diät, Diät, ich kotze gleich!

Seit einiger Zeit machen Ines und ich die Low-Carb-Diät. Sie ist da sicher beständiger wie ich und hält es mit eisernen Willen durch.
Bei mir funktioniert das aber mal überhaupt nicht!
Meistens schaffe ich ein oder zwei Tage durchzuhalten und dann verfalle ich wieder Brot, Nudeln und ihren sonstigen Konsorten.
Es wird einfach nichts. Irgendwie wehrt sich mein Körper dagegen. In der einen Minute fühle ich mich gut und will die Diät weitermachen. Es vergeht aber nicht lange und ich sehe die Nachteile dieser Diät vor meinem inneren Auge -> Ich will ja eigentlich Muskeln aufbauen und wie soll ich das machen, wenn der Körper nix hat, was er dazu braucht?

An den Tagen an dem ich mich ernsthaft für die Diät entscheide, baller ich mir zum Frühstück Hüttenkäse mit Gurken und Tomaten rein. Schmeckt ja eigentlich ganz gut, aber irgendwie geht was ab. Süßes fehlt mir eigentlich nicht, aber während dieser Zeit könnte ich töten dafür.
Ich hocke dann vor meinem "leckeren" Hüttenkäse und male mir aus wie geil es nun wäre ein Wurstbrot oder gleich nen Schweinebraten mit Knödl zu verdrücken. Frühstück!
Mittags gibt's dann wieder etwas Tolles. Verschiedene Gemüse mit wahlweise Thunfisch oder Hühnerstreifen. Grundsätzlich etwas schwer leckeres, aber ich kann das Zeug nicht mehr sehen. Vor allem das Gemüse nicht. Ich verschlinge das Zeug seit meinem Aufenthalt in Istanbul in gewaltigen Mengen. Immer dasselbe -> Ich will wieder einen Braten im Gaumen fühlen!
Auf der anderen Seite bin ich mir auch gar nicht so sicher wie gesund diese ganze Sache ist. Es ist ja nicht so, dass ich Gemüse verteufeln würde. Es schmeckt mir, aber während der Zubereitung gibt's eine gehörige Portion Olivenöl oben drauf. Der Thunfisch ist in Öl eingelegt, was dem auch nicht unbedingt förderlich ist.
Während der Diät komme ich nun zu folgendem schizophrenen Gedankengut:
Ich will ja eigentlich nicht abnehmen, mache aber eine Diät zum abnehmen, die mir aber nichts bringt, weil ich ja dermaßen viele Kalorien alleine durch das Öl aufnehme.
Um überhaupt irgendeinen Genuss dabei zu empfinden, gibt's dann noch ne gehörige Portion Käse oben drauf.

Was soll ich nun machen?

Da dieser Blogeintrag quasi auch als Reflexion meines derzeitigen Gemütszustand hinsichtlich dieser selbst gewählten Pseudoaskese gilt, hinterfrage ich nun meine Motive und komme zu dem Schluss, dass ich wohl der Diätsache einem Riegel vorschieben muss.

Ich mache ja schon lange "Keine Kohlenhydrate nach 17:00". Das funktioniert, aber wie geil ist es, nach einer gewaltigen Portion Fleisch und Gemüse eine Stunde später vor Gier nach Kohlenhydraten fast das Zeitliche zu segnen?

Mein heutiges Fazit, was sich aber auch schnell wieder ändern kann:

Ich werde mich einfach nach dem Essensplan eines guten Freundes richten:

Vormittag: 

Frühstück: Einfach rein, was geht!
Spätes Frühstück: Irgendwas mit Eiweiß!

Nachmittag:

Mittagessen: Irgendwas das schmeckt!
Nachmittagssnack: Quark oder Hüttenkäse
Kurz vorm Sport: Irgendwas mit Kohlenhydraten!
Nach Sport: gesüßter Eiweißshake

Abend:

Quark!

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Ob mir sowas zusagt, zeigt die Zukunft!
Ich ahne aber, dass das absolute Wohlbefinden irgendwo im Mittelmaß liegt!
Wir werden sehen!
So, jetzt geh ich mal meinen Körper wieder piesacken ;)!





Donnerstag, 7. November 2013

... und wie zum Teufel soll ich mich in Istanbul gesund ernähren?

In letzter Zeit wurden schon vermehrt Stimmen laut, dass sich der Blog nur ums Laufen dreht. Der Header Ernährung wird überhaupt nicht angesprochen.
Recht habt ihr!
In nächster Zeit wird sich hier aber diesbezüglich einiges ändern!
Wir werden uns mit Diäten hautnah auseinandersetzen und über die Qualen berichten, die damit zwangsläufig einhergehen.

Hier in Istanbul kämpfe ich jeden Tag gegen die Pfunde. Überall locken kulinarische Verzückungen: Döner, Döner und Döner! Natürlich ummantelt mit Weißbrot!
Ich find's ja toll, dass sie hier zum großen Teil auf die Soßen verzichten, die ja in Deutschland den Nährwert nochmal astronomisch in die Höhe bringen.
Aber trotzdem... warum werde ich hier überall regelrecht dazu verführt mir einen dieser Kalorienbomben einzuverleiben?
Dann gibt's noch an jeder Ecke diese leckeren Simits. Dieses Hefeteiggebäck schmeckt unglaublich lecker, is aber auch gefährlich... für den Bauch.

Jetzt denkt ihr euch vielleicht: Warum kauft sich dieser Honk kein Mischbrot, Vollkornbrot oder Schwarzbrot?
Ganz einfach = Hier gibt es sowas nicht!
Ok, nicht ganz richtig. Für viel Geld gibts nun auch Brot... aus Deutschland. Als armer Student kann ich mir das aber nicht leisten. Dies geht aber auf Ungunsten meiner Linie :/!

Irgendwann bin ich dann auf die Idee gekommen, das Brot selber zu backen.
Nach etwa vier Versuchen kam etwas raus, was doch so einigermaßen als "Backware" bezeichnet werden könnte.


Ich will jetzt gar nicht alles schwarz reden. Hier gibts auch tolle Sachen: Viel frisches Gemüse!
In Verbindung mit einer saftigen Hühnerkeule und scharfen Peperoni ist es schon schwer lecker.

Fazit: Man kann sich hier schon gesund ernähren. Ich hab nur etwas gebraucht... :).

Montag, 4. November 2013

Laufen in Schweden - Stensö calling from Kalmar Slott

Was gibt es Schöneres als direkt auf einer Halbinsel zu laufen. Ringsherum umgeben von Wasser und Wald. Diese Idylle bietet die Laufstrecke Stensö (KALMAR).  Da diese Strecke besonders gut auf Läufer ausgelegt ist, kann man seine gewünschte Kilometerzahl super variieren.

Ab der Halbinsel Stensö sind die Wege mit Kilometerzahl beschrieben, so kann man beliebig spontan verlängern. Die Insel bietet auf jeden Fall Auslauf. 
Auch Läufe in der Dunkelheit sind hier weniger dramatisch, denn die ganzen Laufstrecken im Wald der Halbinsel sind beleuchtet. 

Aber nun zurück zu meinem Lauf, ich entscheide mich für einen Ausdauerlauf von 15 km. 
Meine Weg Strecke beginnt im Schlosspark von Kalmar. Dort hat man gleich während dem ersten Kilometer eines der schönsten Bauwerke Kalmars vor Augen. Nämlich das Schloss. Es geht direkt durch den Schlossgraben, hinunter über Stufen, am Wasser entlang und dann wieder direkt die Treppen hinauf. So wird nicht nur die Geschicklichkeit sondern auch gleich der Puls gefordert.





Wenn die Treppen erklommen sind, hat man die Ostsee direkt vor Augen. Nun geht es knapp 1, 5 km am Wasser entlang. Vorbei an Wiesen, Feldern und Stränden. Die frische Seebrise umschmeichelt dabei das Gesicht. Durch die schöne Natur wird man regelrecht durch die Meter getragen. Die Strecke ist ein bisschen hügelig und auch der Boden ändert sich. Mal Gras, mal Teer, dann wieder Sand, und dann mal Wurzelwerke, die sich in die Quere legen.



Nach den ersten 2,5 km kommt man zu den Fischerstegen. Dieses Bild ist geprägt von den typischen schwedischen roten Ferienhäusern und Booten, gerade wenn die Sonne langsam in der Ostsee versinkt, lädt dieser Anblick zum Träumen ein. Allerdings ist dies nur von kurzer Dauer, denn nach Kilometer drei kommt die Brückenüberquerung zur Halbinsel Stensö. Es geht direkt in den Wald. Durch die Lichtungen hindurch erblickt man nichtdestotrotz das Wasser.
Die Laufwege hier sind sehr breit angelegt und aus feinem Sand. Somit ein angenehmer Laufuntergrund. Nun geht es den nächsten Kilometer am Kanal entlang. Die Luft ist dort einfach wunderbar. Zwischen Kilometer 4 und 5 passiert man kurz den Camping Platz Stensö. Dieser ist auch mit kleinen Steigungen verbunden somit ist auch hier sowohl durch den Bodenbelag Teer als auch die leichten Steigungen, der Puls wieder gepusht.

Bevor es ab Kilometer sieben zu einem wirklich extremeren und längeren Anstieg kommt, geht es erst mal "bergab" und gerade aus, natürlich entlang dem Wasser. Kilometer acht und neun ziehen sich zunächst, denn schön langsam wieder die Energie weniger und an dem doch sehr gleichbleibenden Landschaftsbild hat man sich schon satt gesehen. Allerdings steckt diese Laufstrecke voller Überraschungen. Denn wie schon gesagt, die Insel ist super laufstreckentechnisch ausgebaut. So kommt es, dass man ab Kilometer neun einfach mal quer durch ein Schafsgehege läuft. Laufen vereint nicht nur Körper und Geist sondern auch mit der Natur. Diese Strecke ist nicht nur ein kleiner Cross-Lauf durch seine Wurzelwerke, Steigungen und teilweise sehr kurvigere Wegführung sondern auch durch Übersteigungen der jeweiligen Gatter. Ob Treppen laufen, Tor aufmachen oder über die Rampe laufen, hier ist alles dabei.

Nach dem tierischen Erlebnis, sind dann auch schon mal wieder die nächsten 1,5 km geschafft. Jetzt geht es wieder direkt entlang am Wasser. Keine Bäume, die die Sicht versperren. Bei Kilometer 11 entdeckt man das Vasa-Monument, das sich stolz auf einem kleinen Hügel entgegen türmt.

Auf den letzten Kilometer bis zur Brücke geht es direkt an Badestränden und Grillplätzen vorbei. Nach der Überquerung der Brücke, geht es den Weg an der Ostsee wieder zurück. Die letzten 2 Kilometer werden nun von kleinen hoppelnden Häschen begleitet. Die kommen meist zur Dämmerung heraus und gibt es hier wie Sand am Meer. Und noch schöner ist, das Schloss ist mittlerweile von Scheinwerfern angestrahlt. Wie es da so steht. Was für ein Anblick. Schöner kann ein Lauf fast nicht enden.



Samstag, 26. Oktober 2013

Laufen in der Türkei - Einmal Love Valley und zurück!

Offiziell heißt das Tal ja eigentlich Love Valley.
Ich bin aber der Meinung, dass es doch einen anderen Namen verdient hat. Die Felsformationen im Tal erinnern einfach an eine Auffälligkeit, die auch einem Wesen von einem fernen Planeten sofort erkennen lässt, was der kleine, aber doch entscheidende Unterschied zwischen einem weiblichen und einem männlichen Humanoid ist.

Während des islamischen Opferfests hatten wir das Vergnügen Kappadokien einen Besuch abzustatten.
Als ich die Gegend sah, war ich natürlich sofort Feuer und Flamme  mit meinen Laufschuhen auf die Pirsch zu gehen.
Wie schon im vorletzten Beitrag erwähnt, gab es dazu die ein oder andere Gelegenheit.

Kappadokien

In Zentralanatolien gelegen ist dieser Landstrich für eine sehr außergewöhnliche landschaftliche Kuriosität bekannt.
Wer die "Star Wars"-Reihe kennt, fühlt sich in Kappadokien wie zuhause. Man wäre gar nicht mal so verwundert, wenn aus einem der Tufftürme auf einmal ein Hutte fröhlich erquickt seine Waffe auf einen richtet und abdrückt.
Leider - oder besser - zum Glück befinden wir uns dann doch auf Mutter Erde und sind somit nicht der Gefahr ausgesetzt, von dieser Schneckenart abgemurkst zu werden.
Kappadokien gehört für mich zu einer der schönsten Landstriche, die ich bis dato gesehen habe.
Die Wüstenlandschaft mit den zum Teil grotesken Felsformationen und den Wohnhöhlen ist einfach einzigartig.

Wir hielten uns hauptsächlich in Göreme auf. Per Bus kann man von dort alle wichtige Touristenattraktionen in der Gegend erreichen.

Basisinfos's zum Lauf

Ort: Göreme - Kappadokien

Land: Türkei

Kilometeranzahl: 10

Positive Merkmale: Es geht zum Großteil auf Trails entlang, wundervolle Landschaft (lädt zum Klettern ein)

Negative Merkmale: Letzter Abschnitt auf stark befahrener Straße zurück nach Göreme

Route


(Aufnahmen NICHT vom Lauf. Als wir am selben Tag durch das Tal gewandert sind haben wir das ein oder andere Foto geschossen)

Zentral gelegen starten wir heute unseren Lauf vom Hauptplatz in Göreme. An einer Vielzahl an Busagencys vorbei, bewegen wir uns in Richtung Love Valley.

Es geht die ersten ein bis zwei Kilometer entlang einer Teerstraße. Dies ist aber erstmal nicht schlimm, denn links und rechts gibt es ausreichend Platz um sich nicht von einem Auto überrollen zu lassen.
Nachdem man nun die ersten Minuten von vorbeifahrenden Autos durch Hupen und Rufen angefeuert wurde, steuert man links in einen Schotterweg. Gleich hat man das Pen... äh Love Valley erreicht.

Überall sieht man diese absonderlichen Felsformationen. So Leid es mir tut, aber da muss man(n) durch.

Hier kann man nun mehreren Pfaden folgen.  Es steht ein Trail zur Auswahl, der einem ausgetrockneten Bach sehr ähnlich sieht. Die Laufschuhe kommen hier auch mit viel Sand in Kontakt. Andererseits kann der Läufer aber auch einfach einen der vielen Pfade folgen, die links und rechts vom Hauptweg abzweigen.







In unserem Fall nahmen Marc und ich auch mal eine kleine Kletterpartie in Kauf.
Wir rutschten ab, kugelten einmal fast wieder zurück ins Tal, aber irgendwann hatten wir doch die Ebene erreicht. Zwar bissl zerkratzt, aber glücklich. Wir hatten ein Zwischenziel erreicht.
Nun war es in unserem Fall aber schon dunkel geworden und wir durften im Mondlicht in Richtung der Felsenburg Uçhisar laufen. In der Nacht ist die kleine Stadt in ein wunderschönes rotes Licht getaucht.




Irgendwann erreicht man nun die Straße und es geht linker Hand nach Göreme. Nach etwa zwei bis drei Kilometer hat man den Hauptplatz wieder erreicht.

Wo soll den hier bitte Viagra zu sehen sein?

Samstag, 19. Oktober 2013

Artikel zur Pilgerreise nach Rom im "UP Magazin"

Diesen Oktober wurde die siebte Ausgabe des "UP Magazins" der Welt präsentiert.
In diesem kleinen aber feinen Magazin der Studierendenvertretung der FH Oberösterreich durfte ich über "Die Freude am Pilgern" berichten.





Vielen Dank an Peter Gillmayr, dem Chefredakteur dieses kleinen Glanzmagazins :)!

Die vollständige Ausgabe des Magazins findet ihr "Hier"

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Kurzer Statusbericht aus Kappadokien

Seit Sonntag erkunden ein paar Freunde und ich die wunderschoene Landschaft von Kappadokien.
Hier finden sich auch unzaehlige Laufrouten, die es konditionell und vor allem auch landschaftlich in sich haben.
Ich habe in den letzten Tagen nun einige Strecken mit meiner Garmin erkundet und werde diese auch in den naechsten Wochen vorstellen.
Dazu gehörten Wanderungen im Ihlaratal und um Goereme, kleine Klettertouren wie auch einige schoene Laufstrecken.
Gerade erst gestern hat mir ein 5er in Ihlara unglaublich gut gefallen.
Die Landschaft war grandios. In der Ferne sah man Berge und um einen herum gab es nur eine karge wuestenaehnliche Mondlandschaft.
Seit Istanbul bin ich es ja gewoehnt auf Pflaster oder Teer zu laufen. Hier endlich wieder auf natuerlichem Boden.
Zwar sinkt man gelegentlich ein und die Unterschenkel werden von sehr stacheligen Pflanzen zerkratzt. Dies ist aber unerheblich. Der Trail macht alles wett :).
Leider fuehrte bei der oben genannten Strecke eine Magenverstimmung zur verfruehten Umkehr :/.
Heute Abend werden wir uns mal Goereme und Umgebung mit den Laufschuhen naeher anschauen.
Ich bin schon sehr gespannt...