Dienstag, 3. September 2013

Eine Pilgerreise nach Rom - Die Strecke

Anreise:

Zugfahrt ist möglich bis Forli. Zuvor muss man nur einmal in Bologna umsteigen. Von Forli geht es nun mit der Buslinie 127 in etwa 45 Minuten bis nach Dovadola.

Für 22 € bekamen wir beim ansässigen Pfarrer Don Alfeo einen Pilgerpass, Pläne für den Franziskusweg und auch eine Unterkunfsliste. Dazu kam noch eine Übernachtung in einem Mehrbettzimmer, welches wir mit nur zwei anderen Pilgern teilen mussten.

ACHTUNG: Wer Wert auf eine schöne Urkunde legt, sollte vor der Reise schon ein Antragsformular auf der Seite www.camminodiassisi.it ausfüllen und an collegium@camminodiassisi.it schicken.
Don Alfeo übergibt die Unterlagen in Dovadola, welche ich oben schon beschrieben habe. In Assisi kann man dann am Ende beim Portier die Urkunde "Assisiana" abholen. Wichtig dabei ist, dass man konsequent jeden Tag sich einen Stempel in den Pilgerpass geben lässt. Stempel sind überall in den Unterkünften und weitestgehend auch in den Lokalen zu haben. So will die Gemeinschaft sichergehen, dass der Pilger auch die Strecke zu Fuß gegangen ist. Natürlich gibt es da noch andere Mittel, aber der Weg ist das Ziel und in der Wanderung erlebt man dies halt viel besser als im Auto :).

1. Etappe: Dovadola - Portico di Romagna (34 Kilometer, 940 Höhenmeter)

Nach einer Nacht, die ich persönlich mit Hilfe von Ohropax in völliger Ruhe und Ungestörtheit erlebte, starteten wir um 05:30 zu unserem ersten Etappenziel. Mein geschätzter Begleiter Jürgen war anscheinend unartig gewesen, denn das liebe Sandmännchen kam die ganze Nacht hindurch nicht zu ihm. Vielleicht waren es aber auch die Schnarchlaute eines der beiden anderen Pilger, die Jürgen den verdienten Schlaf raubten. Der Schnarcher sägte und brodelte nur so vor sich hin. Als wäre ein ganzes Sägewerk in einer Person vereint.

Für unsere verweichlichten Beine hatte die erste Etappe schon ein paar ganz knifflige Stellen dabei.
So ging es kurz nach Dovadola erst einmal sehr steil den Berg hinauf. Die ganze heutige Strecke verlief vor allem auf naturbelassenen Pfaden. Gelegentlich mussten wir aber auf weitestgehend unbefahrenen Teerstraßen ausweichen.
Tipp: Orientieren kann man sich hier am Besten an den grünen Pfeilen, die durchweg den Weg beschreiben.

In Portico di Romagna hatten wir unser Ziel erreicht. In einer Herberge bekamen wir Kühlwasser einer Weinkaraffe von einem benachbarten Tisch geschenkt. Dazu erkaltete Reste des vergangenen Mittagessen. Sehr leckere Nudeln und auch einen fantastischen Eier/Käse-Auflauf.

Die Nacht verbrachten wir an einem kleinen Wasserfall. Dort konnten wir am Abend ungestört uns und die durchgeschwitzte Kleidung waschen.

2. Etappe: Portico d Romagna - Corniole (31 Kilometer, 1260 Höhenmeter)

Der heutige Tag stand eindeutig im Zeichen von Wassermangel gepaart mit relativ steilen Anstiegen.
Wir hatten zu wenig Wasser dabei und auf etwa 15 Kilometer war keine Wasserstelle zu finden. So mussten wir die Zähne zusammenbeißen und unseren beiden Trainingspartnern, die unerträglichen Sonne und die steilen Route, keck ins Gesicht lächeln.
In Corniole gab es eine tolle Unterkunft. Auf Spende beruhend konnte man in einem alten Bauernhaus sich zur Ruhe begeben.
Da wir die Hitze noch nicht gewöhnt waren, zweckentfremdeten wir die dort befindliche Kirche. Es war kühl dort und so nutzten wir den Raum für unsere nachmittäglichen Mußestunden.

3. Etappe: Corniole - Badia Prataglia (32 Kilometer, 1450 Höhenmeter)

Entlang des Kamms, welcher die Grenze zwischen der Emilia Romagna und der Toskana darstellt, gingen wir zum höchsten Punkt der Reise: Poggio Scali, mit 1530 Meter.
Auf beiden Seiten sieht man eine wunderschöne, fast gänzlich unberührte Natur. Die Bäume spendeten Schatten und es ging auch immer ein leichter Wind. Pure Erholung nach zwei anstrengenden Tagen.


4. Etappe: Badia Prataglia - Chiusi della Verna (23 Kilometer, 1100 Höhenmeter)

Es begann heute damit, dass wir uns schon nach wenigen Kilometern komplett verliefen. Es führte zwar immer noch auf einem Pfad entlang, aber die Markierungen waren nicht mehr zu sehen. Irgendwann war aus dem Weg eine Autobahn für Tiere geworden. Überall sah man die Spuren der Wildschweine, die sich durch den Schlamm gewälzt hatten. Wir entschieden uns mit schwerem Herzen den Rückzug anzutreten.
Am Nachmittag erreichten wir La Verna. Eines der ersten größeren Pilgerziele unserer Wanderung. Franz von Assisi nutze diesen Ort lange Zeit als seine Wirkungsstätte. Man spürt in den umgrenzenden Wäldern förmlich, warum Assisi und seine Brüder dort die Kraft herausschöpfen konnten, welche sie für ihre Taten benötigten. Hohe Laubbäume gepaart mit viel Fels. Wunderschön.

5. Etappe: Chiusi della Verna - Caprese Michelangelo (ca. 16 Kilometer, 250 Höhenmeter)

Geburtshaus von Michelangelo
In nur kurzer Zeit erreichten wir heute Caprese Michelangelo. Der Name könnte einen Indiz auf den berühmten Sohn des Ortes geben. Ja richtig, hier wurde Michelangelo Buonarroti geboren. Man kann heute noch sein Geburtshaus besichtigen. Mehrere Nachbildungen seiner Werke und ebenjene Gebäude seiner Kindheit sind in einem Museumskomplex ausgestellt.
Unser heutiges Domizil war ein etwa 1 1/2 Kilometer außerhalb von Caprese Michelangelo gelegenes Haus. Für je zwölf Euro bekam man ein Zweibettzimmer. Es gab sogar eine eigene Dusche im benachbarten Raum. Alles war sehr sauber und gepflegt.

6. Etappe: Caprese Michelangelo - Sansepolcro (ca. 29 Kilometer, 310 Höhenmeter)

Wie immer ging der Wecker heute um 03:45. Die Wunden wurden verbunden und eine halbe Stunde später ging es wieder los. Die Suche nach einer Unterkunft gestaltete sich in Sansepolcro sehr schwierig. Die eigentliche Herberge war ausgebucht und so mussten wir den Stadtkern verlassen. Etwa einen Kilometer weiter draußen befand sich die Kirche "St. Joseph". Der dortige Pfarrer bot für sieben Euro ganz saubere Mehrbettunterkünfte.
Dort trafen wir auf Lugiano. Der ambitionierte Ultraläufer hatte in nur drei Tagen die Strecke zurückgelegt, für die wir sechs Tage benötigten.

7. Etappe: Sansepolcro - Citta di Castella (32 Kilometer, 720 Höhenmeter)

Nach einigen Umwegen kamen wir bei Morgengrauen im Kloster Montecasale an. Jürgen fütterte zwei Hunde mit Wurststückchen und so wurden diese "Wachhunde" zu ganz braven Schosshündchen. Wir wollten unbedingt in den Klosterinnenhof und das war nur möglich, indem Jürgen die Tiere mit Wurstware bestoch.

Citta di Castella hat eine wunderschöne Kathedrale. Dort findet sich auch der berühmte "Rippen des Drachen". In einer nahegelegenen Stadt entdeckten Bewohner einen Dinosaurierknochen.
Da dies aber schon vor vielen Jahrhunderten passiert ist und die Menschen zu dieser Zeit von einer uns bekannten Institution in ihrer geistigen Entwicklung doch etwas an kurzer Leine gehalten wurde, ging man sofort von einem Drachen aus ;).

8. Etappe: Citta di Castela - Pietralunga (31 Kilometer, 910 Höhenmeter)

Dank unserer famosen Unkenntnis bzgl. Kartenlesen kamen wir nicht aus Citta di Castela heraus. Wir hatten aber Glück. Just in dem Moment, als wir schon fast aufgeben wollten, kam uns eine Gruppe von italienischen Pilgern entgegen. Wir schlossen uns ihnen an und marschierten bis nach Sasso zusammen. Dort machten wir Pause und konnten danach wieder in gewohnter Zweisamkeit den weiteren Weg bestreiten.
Mittlerweile waren die schroffen und steilen Berghänge kleinen Hügelchen gewichen. Die Städte schmiegen sich an diese Erhebungen.

In Pietralunga wurde an diesem Tag ein Mittelalterfest veranstaltet. Gruppen von jungen Männern schoben
Karren von einem Punkt zum anderen. Wer am schnellsten die Distanz hinter sich brachte, hatte gewonnen.
Wir aßen an diesem Tag zu ersten Mal etwas Warmes. Ein Pizza für nur 4,50€.

Ein Linzer, der in Wien "Dirigent" studierte, gab uns dort die Ehre. Er war in Linz gestartet und hatte seit Woche nicht mehr auf Deutsch reden können. Aus diesem Grund spendierte er eine Karaffe mit dem leckeren Hauswein.

9. Etappe: Pietralunga - Gubbio (24 Kilometer, 280 Höhenmeter)

Heute starteten wir zum ersten Mal zu dritt los.
Wir folgten mal nicht unserem Reiseführer, sondern gingen auf eigenen Antrieb eine Abkürzung. Es ging entlang einer Asphaltstraße bis zu einem kleinen Weiler. Dort kamen wir aber nach kurzer Zeit wieder auf den ursprünglich markierten Weg.
Gubbio wird nicht umsonst als eine der schönsten Städte Italiens bezeichnet. In strahlendem Weiß sieht man die Stadt schon von Weitem. Alle Gebäude sind aus einem weißen Stein gefertigt. Es macht direkt den Eindruck als würde man in der aus dem "Herr der Ringe" bekannten Stadt Minas Tirith stehen.
Mittlerweile hatten wir den Linzer Thomas auch wieder verloren. Er war auch mit sehr wenig Geld gesegnet und aus diesem Grund war die heutige Herberge auch absolut über seinen Budget. Auch wenn es dort nur zehn Euro kostete.


Nun kann der geneigte Leser fast zu der Überzeugung kommen, dass der Pilgerweg nach Rom von Österreichern überlaufen ist, denn wir trafen in der Herberge wieder auf eine Linzerin.
Ein paar Freundinnen und sie waren in Florenz gestartet und wollten bis Assisi wandern.
Leider hatte sich eine Blase entzündet und so war ihr ganzer Fuß angeschwollen. Zwei Etappen vor dem Ziel musste sie somit aufgeben. Die Vorstellung so kurz vor dem Ziel aufhören zu müssen, ist schrecklich.
Ab diesem Moment war ich noch mehr dahinter jeden Tag alle großen wie kleinen Wehwehs mit Argusaugen zu beobachten.

10. Etappe: Gubbio - Valfabbrica (33 Kilometer, 510 Höhenmeter)

Kurz vor Valfabbrica trafen wir wieder auf Thomas. Zusammen liefen wir die letzten Kilometer bis nach Valfabbrica. Dort gab es aber keine Unterkunft, die wir mit unserem spärlichen Budget bezahlen konnten. So kam Thomas auf die glänzende Idee einmal beim ansässigen Priester nachzufragen. Dieser hatte wirklich noch Betten übrig. Das erste und letzte Mal auf unserer Reise, dass jeder ein Einzelzimmer bekam. Es beruhte auf Spende.

11. Etappe: Valfabbrica - Assisi ( 13 Kilometer, 490 Höhenmeter)

Um 07:45 standen wir vor der Basilika "San Francesco".
Die Übergabe des "Testimoniums" war eine furchtbare Angelegenheit. Der Mönch schaute kaum von seiner Zeitung auf, fischte mürrisch in einer Schublade und übergab uns die Urkunde. Er meinte, dass wir es selbst ausfüllen könnten. Er hätte keine Zeit und vor allem keine Lust. Grandios!
Wenn Pilger nur nach Assisi gehen und so das Testimonium übergeben bekommen, bekommt man den Vogel. Für uns war es nicht unbedingt schlimm. Assisi war nur ein Zwischenziel. Rom sollte das Hauptziel sein.

Am Nachmittag sendeten wir unser überschüssiges Zeug nach Hause zurück.
Hinsichtlich dem Gewicht konnten wir so mit Sicherheit zwei bis drei Kilo pro Rucksack einsparen.




12. Etappe: Assisi - Trevi (33 Kilometer, 770 Höhenmeter)

Heute wurden wir zum ersten Mal mit vielen, vielen Kilometern auf Teerstraßen konfrontiert. Die Hitze, die natürlich noch durch die Reflektion auf dem Asphalt verstärkt wurde, war mörderisch. Wir hatten wieder zu wenig Wasser dabei und so konnten wir erst kurz vor Trevi unsere Vorräte auffüllen.
Trevi selbst ist eine wunderschöne kleine Stadt. Sie liegt komplett auf einem Hügel und es gibt unzählige verwinkelte Gassen. Bis wir die heutige Schlafmöglichkeit in einem Kloster fanden, dauerte es gefühlte Stunden.

13. Etappe: Trevi - Monteluco (27 Kilometer, 650 Höhenmeter)

Zwei sehr schöne Ortschaften würden wir heute besuchen. Zum einen Spoleto. Diese Stadt ist bekannt für seine Brücke, die einem römischen Aquädukt nachempfunden wurde.
Kirchengeschichtlich kann man Spoleto mit Franziskus in Verbindung bringen. Aufgrund eines Traums entschloss der junge Franziskus sein Leben zu ändern.

Unsere Schlafstätte erreichten wir gegen 13:00 im Klosterbereich von Monteluco. Da das Kloster aber schon voll war, mussten wir eine Entscheidung treffen: Die erste Nacht ohne Luftmatratze. Auf alten Holztischen versuchten wir uns die Nacht so bequem wie möglich zu gestalten. Dies war schwer möglich, aber irgendwann fanden wir schon genügend Schlaf, um frisch ausgeruht den nächsten Tag bestreiten zu können.

14. Etappe: Monteluco - Arrone (29 Kilometer, 360 Höhenmeter)

Diese Nacht kann mit Sicherheit nicht zu den Gemütlichsten gezählt werden. Der Härtegrad der "Matratze" war zwar wirklich unübertrefflich, aber trotzdem machten ein paar Damen und Herren Mücken + anderes heulendes Getier es sich zur Aufgabe, unseren Schönheitsschlaf zu stören.
Nichtsdestotrotz: Ein paar Stunden bekamen wir dennoch zusammen. So wurde dieser Tag deutlich einfacher zu meistern als ursprünglich gedacht.
Das Panorama des heutigen Tages kann absolut zu den Besten der Reise gezählt werden.
Von Monteluco geht es erst einmal längere Zeit auf Gebirgspfaden entlang. Ja, fast darf man diese hohen Hügel dort wirklich Berge nennen. Hoch hinauf erstrecken sich die Wälder. Durchflochten von einer Vielzahl von schroffen Felskonstrukten. Die ersten zehn Kilometer sind kaum von Menschenhand berührt. Zwar sind an etlichen Stellen noch verlassene Gehöfte zu sehen, aber das war es auch schon.

Bis nach Arrone fühlt man sich wieder an den Anfang der Reise zurückversetzt: Enge Täler und hohe Massive. Arrone selbst in eine schöne alte Stadt. Wie auch Trevi schmiegen sich die engen Gässchen entlang eines Bergrückens.
Dort bietet der Pfarrer auf Spende eine kleine Kapelle zum Schlafen an. Zwar ohne Komfort, aber eine Decke über dem Kopf ist vorhanden.
Daher der Tipp: Nehmt eine Luftmatratze bzw. Isomatte mit, sonst müsst ihr mit dem Holzboden vorlieb nehmen.

15. Etappe: Arrone - Poggio Bustone (31 Kilometer, 730 Höhenmeter)

Was tut der Pilger, wenn ein Geldbeutel um 04:30 morgens gefunden wird? Ja, er sollte ihn wohl zur Polizei bringen. Zumal alle Personaldokumente am Boden verstreut waren.
Nachdem wir aber nirgends aber auch nur die Spur einer Polizeistation sahen, waren wir gezwungen die "heiße Ware" bei den Marmore Wasserfällen einem geschlossenen Geschäft zu überantworten.
Es war erst 06:00 und wir glaubten fest daran, dass dieser Touristenmagnet wohl bald seine Tore öffnen würde, um den Touris das Geld aus dem Rachen zu ziehen. So wäre auch der Geldbeutel bald in den Händen der Polizei... die Hoffnung bestand zumindest!

Tipp: Schaut euch die Wasserfälle so früh wie möglich an. Es kostet um die Morgenstunde keinen Eintritt und die Gefahr ist auch gering von nervigen Erwachsenen, schreienden Kindern oder im Akkord fotoschießenden Irren umgeben zu sein.

In Poggio Bustone findet man eines der vier Klöster im Rieti-Tal. Einst lebte dort der heilige Franziskus etliche Zeit.
Nach einigen Hin und Her fanden wir dort Einlass und konnten eine angenehme Nacht verbringen. Auf echten Matratzen. Nicht mehr der Boden und auch kein Holztisch!

16. Etappe: Poggio Bustone - San Giovanni Reatino (29 Kilometer, 260 Höhenmeter)

Mit Rieti erreichten wir den geographischen Mittelpunkt von Italien. Auf einem kleinen Platz findet man eine Erhebung. Dies stellt das Zentrum dar. Ansonsten waren wir noch von der Kathedrale sehr beeindruckt. Um 09:00 morgens fiel das Licht in besonders schönen Maße in die Kirche und sie erstrahlte in einem dämmrigen und auch leicht dezentem goldenen Licht.

Landschaftlich schön ist diese Etappe eher nicht. Es geht oft an Straßen entlang und San Giovanni Reatino ist nun auch keine große Wucht.
Wir schliefen auch nicht direkt dort, sondern mussten einen Kilometer außerhalb in einem Restaurant nach einer Unterkunft fragen.
Für je 30€ gab es dort aber wirklich das beste Zimmer der ganzen Reise. Unser größter Schatz war eine Klimaanlage. Da wir Essen dabei hatten, verbrachten wir den Nachmittag, den Abend und die Nacht komplett im Zimmer. Müßigang Par Excellence!

17. Etappe: San Giovanni Reatino - Kloster Farfa (32 Kilometer, 630 Höhenmeter)

Wir waren noch nicht mal richtig ausgeschlafen und schon mussten wir um 04:30 uns zwei Höllenhunden erwehren. Diese Geschöpfe Satans waren anfangs nur durch ihre vier leuchtenden Augen und den gewaltigen Umrissen zu erkennen. Natürlich bellten sie auch dementsprechend.
Jürgen, ein Meister im Umgang mit Wauwaus, zerteilte eine Wurst und warf sie ihnen vor ihre Pfoten. Einer wurde sofort zu unserem aller besten Freund und der andere, der um einiges größere Geselle, war von dem Aufprall der vermeintlichen Granate so erschreckt, dass er erst mal drei Meter zurücksprang.
So wurde der kleinere Hund auch noch mit dem zweiten Stück Wurst belohnt und der große Rabauke ging leer aus.

Die heutige Landschaft ist geprägt von vielen, vielen Olivenbäumen. Nicht von ungefähr ist diese Region der Hauptproduzent von Olivenöl in Italien.

Das Kloster Farfa ist ein altes Konvent. Einst war es eines der mächtigsten Klöster in Italien.
Die für die Unterkünfte zuständige Nonne wollte uns erst keinen Schlafplatz geben. Nach mehrmaliger Nachfrage konnten wir den Preis von 75 €, auf 50 € und schlussendlich auf 0 € herunterhandeln. Wir hinterließen aber eine Spende, die hoffentlich die Umkosten einigermaßen deckte.
Mittlerweile wussten wir, dass das Wort "Terra" Wunder bewirken. So machen wir den Leuten bewusst, dass wir mit allem zufrieden sind. Wir haben kein Geld und nehmen so auch den Boden in Kauf.

18. Etappe: Kloster Farfa - Monterotondo (37 Kilometer, 620 Höhenmeter)

Mit zu den schönsten Streckenverläufen gehörte die heutige Etappe. Man versteht die Künstler, die im Laufe der letzten Jahrhunderte viele schöne Eindrücke daraus ziehen konnten.
Die Gegend ist flach. Überall gibt es aber Hügel, die weithin sichtbar sind. Darauf sind Dörfer oder gar Städte errichtet. Dazwischen stehen Oliven-, Birnen-, Äpfel-, Feigen- und Traubenplantagen. Einfach wunderschön!

Wir schliefen diesmal in einem Kloster der Kapuzinermönche. Ein kleines Zimmer wurde uns hergerichtet und wir verbrachten dort die letzte Nacht vor dem Ziel: Rom!
Am Abend übergab uns ein Mönch ein unglaublich leckeres Essen. Das erste Stück Braten der ganzen Reise. Das Rindfleisch war in Olivenöl und Thymian gebraten. Dazu gab es einen furchtbar leckeren Salat, dem ein Stück Schinken beigelegt war.

19. Etappe: Monterotondo - Rom (28 Kilometer, 170 Höhenmeter)

Eigentlich sollte dies heute ein gemütlicher Tag werden. Um 03:00 standen wir auf. Um 09:00 wollten wir den Petersdom weitestgehend für uns alleine haben. Dies fanden wir angebracht. Nach über 500 Kilometern wollten wir einfach unser Ziel möglichst ohne Massen von Menschen erleben.

Leider war das in keinster Weise möglich. Wir verliefen uns komplett. So standen wir um 07:00 auf einer Schnellstraße. Die Autos blinkten uns an und es gab keine andere Möglichkeit mehr. Wir mussten umkehren. Nachdem wir uns mit Händen und Füßen einigermaßen verständlich gemacht hatten, gaben uns Einheimische den Tipp, querfeldein zu gehen.
Statt um 09:00 am Petersdom zu stehen, waren wir um diese Uhrzeit an der Stelle angekommen, die unser Reiseführer mit elf Kilometer angab.
Jetzt war auch schon alles egal.
Eine Pilgerin, die wir am Weg trafen, gab uns etliche Süßigkeiten. Angefangen vom Kuchen bis zu einem Stück Eiweißriegel. Wir machten mehrmals Pause und kamen so erst um 15:00 am Petersdom an.
Ich hatte am vorherigen Tag noch zwei Dosen Bier und eine Art Kuchen organisiert. Diese ließen wir uns am Petersdom schmecken. Das hatten wir uns verdient. Nach dieser Odyssee am letzten Tag!

Eine Jakobsgemeinschaft bietet für zwei Tage kostenlose Unterkünfte in Rom an. Es gab ein wunderbares Abendessen und ein leckeres Frühstück. Trotzdem war es etwas unangenehm. So musste man allen "Befehlen" des Herbergsvaters umgehend Folge leisten.
Dazu gehörte die Waschung der Füße, die mit einem Kuss auf dem Fuß belohnt wurde. Zusätzlich war die Schlafenszeit seiner Willkür ausgesetzt. Wenn nicht sofort das Licht ausgemacht wurde, tat er dies und es gab keine andere Möglichkeit als sich ins Bett zu verziehen.
Irgendwie alles sehr nett, aber irgendwie auch alles sehr, wie soll ich sagen, ... kontrolliert.

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= 544 Kilometer,  12.410 Höhenmeter


20. Etappe: Die sieben römischen Pilgerkirchen

Um nun den vollkommenen Ablass zu erlangen, besagt die alte Tradition, dass die sieben römischen Pilgerkirchen an einem Tag abgegangen werden müssen.
Wir wollten an diesem letzten Tag als Pilger so früh wie möglich am Petersdom sein, um uns auch die Pilgerurkunden zu holen. Danach sollte es sofort zur ersten Pilgerkirche gehen.

Natürlich klappte dies keineswegs. Die Türe zur Straße war verschlossen. Entmutigt drehten wir uns um und waren versucht uns wieder ins Bett zu legen. Leider war nun auch die Zwischentüre schon zugefallen. Diese konnte nun auch nicht mehr geöffnet werden. Wir waren somit eingeschlossen. Erst nach 1 1/2 Stunden entdeckte uns eine Nonne und wir wurden in die Freiheit entlassen.

Die Übergabe der Pilgerurkunde ( genannt: "Testimonium") im Petersdom ist eine schöne Angelegenheit. Ein Wächter führt den Pilger zu einem Büro. Von dort bekommt man die Pilgerurkunde in einem Kuvert überreicht. Sie achten darauf, dass der Name des Pilgers richtig geschrieben ist und man kann den Wunsch zur Verbesserung äußern, wenn etwas falsch geschrieben wurde.

Die Pilgerkirchen waren für uns nochmal ein hartes Los. Da ich gerade am letzten Tag den Pilgerführer verlor, mussten wir uns anhand eines Stadtplans durch Rom bewegen. Natürlich waren dort auch nicht alle Pilgerkirchen genannt. Irgendwie boxten wir uns aber schon durch.

Unter anderem sahen wir "San Giovanni in Laterano", die "Mutter und Haupt aller Kirchen der Stadt und des Erdkreises" wie es am Eingang geschrieben steht.
Zur Kirche "San Sebastiano fuori le Mura" ging es für uns lange Zeit entlang der "Via Appia Antica", was bedeutete: Eine enge, stark befahrene Straße.
Bei der Kirche "San Sebastiano fuori le Mura" wurde uns gesagt, dass wir keine Möglichkeit mehr hätten ohne Bus nach "San Paolo fuori le Mura" zu kommen. Unserer letzten Pilgerkirche, der Kirche mit dem Apostelgrab. Zumal sei es lebensgefährlich, ohne Wasser diese Strecke zu gehen.
Ein Guide hatte uns aber zuvor aufgeklärt, dass es doch eine Straße gäbe: Die "Vicolo delle Sette Chiese". Ursprünglich die direkte Verbindung zwischen den beiden Kirchen.
Irgendjemand konnten uns dann aber doch weiterhelfen. Statt den ursprünglichen 20 Kilometern waren es dann nur noch 3,6 Kilometer. Dies war in einer Stunde leicht zu gehen.
So erreichten wir kurz vor der Schließung der Kirchentore unser eigentliches Pilgerziel: "San Paolo fuori le Mura"! Ja, der vollkommene Ablass war unser! :)

Mit einem Bier und einer Zigarre war es aber wenige Minuten später schon wieder vorbei mit der Sündlosigkeit! :/






Montag, 2. September 2013

Artikel zu unserer Pilgerreise nach Rom in der "Vilsbiburger Zeitung"!

Heute gab es einen kleinen Zeitungsartikel in der Regionalzeitung "Vilsbiburger Zeitung" zu unserer Wanderung nach Rom:


Ich bedanke mich bei Sebastian Bornschlegl, der mich letzte Woche angerufen hat, um das Interview zu führen!

PS: Wie er schon im letzten Absatz des Artikels angekündigt hat, wird es in nächster Zeit noch ein paar Blogeinträge von mir zum Thema Pilgern geben :).



Freitag, 30. August 2013

Eine Pilgerreise nach Rom - Gedanken zum Trip

Nach 24 Tagen sind wir am 27.08.2013 wieder in der Heimat angekommen.
Die Freude auf zu Hause war schon groß. Endlich wieder der Bequemlichkeit frönen. So braucht man sich nicht mehr täglich zu einer unchristlichen Uhrzeit aus dem Schlafsack quälen. Die Ungewissheit, ob nun eine Parkbank, der nackte Boden oder eine durchhängende Matratze das Nachtlager wird, existiert nicht mehr.

Gleichzeitig sahen wir aber auch den altbewährten Abläufe mit gemischten Gefühlen entgegen. Als frischer Ex-Pilger nimmt man sich zwar vor, nicht mehr in den alten Trott zu verfallen. Passieren tut's dann aber doch. Die Zeit vergeht wieder schneller und alles wird nicht mehr in der Intensität wahrgenommen, die gerade bei einer längeren Pilgerreise so nach und nach doch kommt.

Hier ein paar Überlegungen, die mir spontan zur Reise nach Rom in den Sinn gekommen sind:

Die Freude am Wandern

Schlafplatz mit "Naturdusche" links daneben
Bei einer Pilgerschaft oder dem "Wandern über einem längeren Zeitraum" wird alles Tun viel komprimierter und auch erfüllter empfunden. Zeitpläne werden obsolet. Theoretisch kann man überall sein Lager aufschlagen. Zwar ist das nicht gerne vom Staat gesehen, aber genau darin liegt eine zentrale Rolle beim "Landstreicherdasein auf Zeit". Das nötige Equipment vorausgesetzt, ist nur noch eine einigermaßen ebene Fläche und ein gutes Wetter vonnöten und schon kann der Pilger seine müden Füße zur Ruhe beten.
Um jetzt nicht in Lagerfeuerromantik zu verfallen, bin ich genötigt zu erwähnen, das dies natürlich auf Ungunsten der herkömmlichen Hygiene geht.
So kann niemand erwarten, überall eine Dusche oder auch eine Toilette vorzufinden. Die Natur hat uns Menschen aber Möglichkeiten gegeben, um dies auch über einen längeren Zeitraum einigermaßen gut durchzustehen.

Wie man mit wenig Geld weit kommt...

Unterkunft nach Santiago
Es können auf der Reise nach Rom die Kosten relativ niedrig gehalten werden. Der Pilger muss nur den Mut aufbringen, um in Klöster oder bei einem Priester um einen Schlafstatt zu bitten.
Wir haben auf der Reise so einige Kniffe kennengelernt, um auch wirklich eine Unterkunft zu bekommen. So muss man ein bisschen leidgeplagt wirken und immer auch jede Schlafmöglichkeit nehmen, die zur Verfügung steht. Wenn der Priester eine Kapelle hat und dort auf dem nackten Boden geschlafen werden muss, dann nimmt der hartgesottene Pilger dies in Kauf. Immer noch besser als draußen irgendwo in der Pampa zu schlafen. Den kompletten Komfortverzicht gibt's bei der Romreise aber nur von Assisi nach Rom.


In Rom gab's eine Waschung mit Fußkuss
Richtige Pilgerherbergen findet man aber auf dem Weg von Dovadola nach Assisi. Dort variieren die Kosten pro Unterkunft von sieben Euro bis zehn Euro. Wer nun Probleme hat mit fünf bis zehn Leuten in einem Raum zu schlafen, der sollte dann aber ein höheres Budget einplanen. Auf der Reise sind fast alle billigen Unterkünfte wirklich nur als Mehrbettzimmer zu haben. Dies hat aber auch seinen eigenen urigen Charme.



"Templer" vor Ponferrada
So kommt man viel leichter mit dem Leuten ins Gespräch und dies ist ja gerade eines der zentralen Dinge bei einer Pilgerreise:
Der Kontakt zu anderen Tippelbrüdern. Hier ist der Pilger in seinem Element. Es wird über vieles gefachsimpelt.
Sei es die Beweggründe der Pilgerreise oder einfach nur eine Diskussion der letzten Tagesetappe.

Auch bei der Verpflegung kann man Einsparungen machen. So ist es möglich für fünf Euro ohne Probleme über die Runden zu kommen. In Italien gibt es oft die Möglichkeit am Wegesrand die Wasserflasche aufzufüllen und ein Kilo Weißbrot ist für ca. zwei Euro zu haben.
Wenn man nun Hunger auf Fleischerzeugnisse hat, dann geht auch mal eine der leckeren "Wurstel". Für schon 30 Cent gibt es diese Komposition aus feinstem Fleisch im Supermarkt.
Ich habe mir auf der Reise für etliche Tage vorgenommen: Ich will so billig wie möglich über die Runden kommen. "Wurstel" und Weißbrot machten das möglich ;).

So gut kann man es sich auf einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela gehen lassen:


Santiago de Compostela vs Rom

Wenn man nun die Pilgerreise nach Santiago de Compostela mit einer Pilgerreise nach Rom vergleicht, so fallen definitiv mehrere Unterschiede auf.

Nach Rom ist es ursprünglicher. So sind hier weniger Pilger unterwegs. Wir waren oft lange Zeit alleine in der schönen Natur. Dies hat natürlich auch seine Reize.
Wenn jemand Santiago von Sarria aus begeht, gleicht dies eher einen sehr kommerziellen Massenbewegung. Buspilger, Fahrradpilger und auch viele, viele Pilger zu Fuss sind hier vertreten. Der Grund: Die Compostela.

Meiner Meinung nach reizt die Reise nach Santiago gerade vor dem Etappenziel "Sarria". Wenn man in Frankreich startet und anfangs die Pyrenäen überquert, gibt's keine Völkerwanderung.

Der Jakobsweg war mein erster Pilgerweg.
Somit muss ich ihn immer verteidigen. Es war eine unglaublich interessante und lehrreiche Reise. Zumal ich sie auch alleine startete. Natürlich ist eine Wanderung nach Santiago ungleich einfacher, weil man auf viele Leute trifft und sich dort unweigerlich Gruppen bilden. Der Einsamkeit kann man so schnell ein Schnippchen schlagen.
Nach Rom sieht man weniger Pilger und alleine könnte es zeitweise etwas schwierig sein.

Der liebe Schmerz und die Freude an einer einfachen Mahlzeit

Ich will vielleicht an dieser Stelle noch die Strapazen erwähnen. Sie sind durchgehend gegeben.
Mein Begleiter hatte viele, viele Blasen und auch bei mir gab's den ein oder anderen wunden Punkt.
Jetzt fragt man sich natürlich, warum man sowas überhaupt macht. Wäre es nicht schöner, einfach am Strand zu liegen und den Sonnenschirm über sich tot zu starren? Meiner Meinung nach eher nicht.

Der Schmerz ist anfangs ein ungeliebter Kollege, aber nach einiger Zeit lernt man ihn und seine Wirkungskraft schätzen. Die Entbehrung und das körperlich Leid lassen dem Weitwanderer alles intensiver erleben. Das Essen schmeckt ungemein gut. Auch wenn es nur ein Apfel ist.
Die Qualen des kleinen Zehs
Man hat sich ja quasi die Mahlzeit "hart erkämpft"! Der Körper fordert das Essen nun auch. Dafür ist der Pilger ja auch den ganzen Tag durch die brütende Hitze gelaufen.
Zu Hause esse ich oft, weil es halt zeitlich gerade passt. Ob  ein Hungergefühl da ist oder nicht. Das ist manchmal wirklich unerheblich. Hier muss ich nun wieder die Routineabläufe erwähnen. Wie eine Maschine macht man Tag für Tag dasselbe.

Bei einer Wanderung bzw. auch bei anderen körperlichen Anstrengungen ist jeder um ein Stück Essen froh.
Den ganzen Tag wird der Proviant mitgeschleppt und am Schluss stürzt der hungrige Geselle sich darauf.
Essen und vor allem auch Trinken sind bei 35 Grad einfach wichtig. Du hast die ganze Zeit Durst und der sollte auch schnellstmöglich getilgt werden. Sonst spürt man nach kürzester Zeit schon Leistungseinbußen. Die Gedanken drehen sich dann auch durchgehend um das kühle Nass.
Kein sehr schönes Gefühl ;).

Wir hatten einmal das Vergnügen nicht genügend Wasser mitzuführen. Dies endete damit, dass wir an einem Haus klopfen mussten. Die liebenswürdige Dame gab uns aber gleich darauf Unmengen an Wasser. Somit waren wir gerettet :).


Ich will an dieser Stelle kurz mit einem Ausblick diesen Blogeintrag beschließen.
In den nächsten Tagen werde ich noch einen Post zur "perfekten Ausrüstung für Pilger mit wenig Geld in sommerlichen Gefilden" erstellen, die sieben Pilgerkirchen im Detail beschreiben und auch eine kurze Wegbeschreibung hier online nehmen.

Endlich haben wir den Petersdom erreicht. Unserem Ziel!





Donnerstag, 29. August 2013

Wir haben endlich eine eigene URL!

Freudig darf ich verkünden, dass wir seit dem heutigen Tag über eine URL verfügen.
Nicht mehr diese alte, grob wirkende "... .blogspot.com"-URL, sondern eine schöne .de-Domain.

Die URL lautet:

www.funnykitchencrew.de

Unglaublich einfallsreich oder nicht? ;)

Freitag, 23. August 2013

Eine Pilgerreise nach Rom - Das Ziel ist erreicht!

Gestern um 15:00 haben wir nach 19 Tagen endlich den Petersdom erreicht.
Der letzte Tag wurde noch einmal so richtig hart. Statt den eigentlichen Markierungen zu folgen, schlugen wir einen anderen Weg ein.
Um 03:00 frueh sind diese Schilder leider nur schwerlich zu sehen und so kam es zu einem kleinen Umweg. Diese kleine zusaetzliche Strecke betrug ca. 12 Kilometer ;).
Als wir am Ende auf einer Schnellstrasse standen und die Italiener mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbei rauschten, entschieden wir uns fuer den taktischen Rueckzug.
Statt um 09:00 morgens kamen wir ganze sechs Stunden spaeter am Petersdom an.
Eine schmerzvolle letzte Erfahrung, aber das waren wir mittlerweile gewohnt.

Heute starten wir in die letzte Runde.
Traditionell gehen Rompilger alle sieben Pilgerkirchen ab.
Am Grab des Apostels Paulus gibt es dann den "Vollkommenen Ablass". Quasi auf dem Tablett serviert.
Ein paar Minuten spaeter war es aber schon wieder vorbei mit der Suendlosigkeit (siehe Bier und Zigarre).
Das musste aber nun sein ;).

Mittwoch, 14. August 2013

Eine Pilgerreise nach Rom - Assisi ist erreicht!

Ich dachte ja eigentlich, dass ich ueberall Internet habe. Leider ist das nicht der Fall und ich muss mich heute mit einem Eintrag per Handy zufriedengeben.

Dante schrieb einst: "Es wurde der Welt eine Sonne geboren".
Damit meint er die Geburt des Franz von Assisi.
Uns erging es aehnlich am heutigen Morgen.
Wie immer standen wir um 03:45 auf und legten die letzten Kilometer nach Assisi zurueck.
Die Sonne eroeffnete uns fruemorgens einen grandiosen Blick auf die Stadt.
Zwar sahen wir in dem Fall nur die Pilgermetropole und nicht die Geburt des Heiligen, aber trotzdem war dies ein erhabener Moment. Fuer uns jedenfalls :).

Auf jeden Fall ist die Tour bis jetzt ein tolles Erlebnis. Man trifft zwar nicht so viele Leute wie auf dem Jakobsweg. Die Personen, denen man begegnet sind aber ungemein freundlich. Dies jedenfalls macht das gelegentliche Alleinsein ertraeglich.

Zur Zeit begleitet uns noch ein Linzer, den wir vor 2 Tagen aufgeschnappt haben. Er war alleine gestartet und heilfroh wieder die deutsche Sprache um sich zu haben.

Das Wetter ist heiss. Dies macht die Pilgerreise manchmal etwas beschwerlich. Trotzdem ist dies im Zusammenspiel mit den anderen Strapazen gerade das Schoene daran. Man schaetzt die kleinen Dinge umso mehr.

Freitag, 2. August 2013

Eine Pilgerreise nach Rom - DIE Ausrüstungsliste!

Heute geht's in die entscheidene Phase: Der Rucksack will bepackt werden.
Dazu habe ich mir vor etlichen Wochen schon einmal eine kleine Liste zusammengestellt. Diese hier dürfte aber mittlerweile schon etwas ausgefeilter sein.
Gerade als unerfahrener Wandersmann hat man immer das Problem, dass der Rucksack bis zum Bersten gefüllt wird und schlussendlich während der Wanderung eine Grenzerfahrung im Schulter-/Rückenbereich auftritt.
Vage kann ich mich noch erinnern, dass einst irgendwo in den Alpen mir die Schulter dermaßen weh tat, dass ich dachte, mir bricht gleich irgendwas dort heraus.
Eigentlich war es einfach zu viel Gewicht und das TFX-7 Tragesystem hatte ich komplett falsch eingestellt.
Heute neige ich immer noch dazu viel zu viel mitzunehmen. Es wird aber besser.
Je älter man wird, umso weniger will man seine altersschwachen Knochen mit unnützen Gewicht zusätzlich belasten. Es reicht ja schon das überschüssige Gewicht aus, dass einem an den Rippen hängt ;).

Hier die Liste:
(Vielleicht ist ja der ein oder andere Tipp dabei, den man für seine Reise benötigen könnte)


Was es mit dem Schlüssel auf sich hat, erfährt ihr in einem weiteren Blogeintrag!

Bon Camino (oder wie es auch immer auf dem Weg nach Rom heisst ;) )