Manch andere würde sagen, man hätte in den zwei Stunden wo es hell ist bestimmt was anders zu tun. Ja, ab und an hätte man das. Allerdings wenn man über längere Zeit mit langen Beinen in einem Bus sitzt, freut man sich auf jeden Auslauf.
Gut ich muss sagen, am Anfang hab ich mir das schon genauer überlegt, schließlich hatte es ja -20°, wenn nicht noch kälter. Aber wann bekommt man schon mal die Chance.
Thermoleggin, Laufhose, zwei Paar Socken, Laufshirt, Fleecejacke, Softshell drüber, Mütze, Handschuhe und natürlich Hirnbirn.
Ich starte direkt vom Naturum aus. Es heißt bewegen, mir ist jetzt schon ganz kalt, aber hoffentlich werde ich zu mindestens fünf Kilometer zusammen bekommen.Es ist schon ein bisschen glatt draußen und der Schnee ist doch ein bisschen mehr als man bei uns gewohnt ist, aber egal. Ich bin froh, um meine Crosslaufschuhe. Ersten sind sie ja aus Goretex und zweitens haben sie ganz tollen Grip.
Während meines ersten Kilometers komme ich an einem Wasserfall vorbei. Die Außenwände sind vereist, der Abgrund nur mit einen sehr niedrigen Geländer gesichert. Ich kämpfe mich also durch den Schnee und auch durch den sehr schmalen Pfad der um den Wasserfall herumführt. Nach dem zweiten Kilometer geht es bergab, Achtung Rutschgefahr. Das Laufen auf dem feinen Pulverschnee fühlt sich immer mehr an wie Laufen auf Sand. Auch das Knirschen hat etwas entspannendes.Zwischen Kilometer zwei und drei kommt man über eine Brücke, die nochmal schön die Schlucht sehen lässt. Ab jetzt geht es dann wieder bergauf. Kilometer drei, sehr anstregend. Die Füße werde trotz zwei Paar Socken immer kälter und der Atem gefriert langsam. Ich muss mich entscheiden, entweder schneller laufen um nicht zu frieren, aber dafür eher wieder heim, oder ein bisschen langsamer und noch zum See.
Ich entscheide mich für Zweiteres. Auf gehts zum Torneträsk. Von dort aus hat man einfach die herrlichste Aussicht, und übrigens einer der besten Chancen auf Nordlichter :).
Der Weg dort hin zieht sich allerdings schon schön langsam. Langsam spüre ich meine Hände trotz Handschuhe fast nicht mehr. Ja ich bin am See. So schön. Alles ist so ruhig. Einmal tief Luft holen, dann geht es schon wieder zurück.
Kilometer vier ist eher noch gerade aus, doch auf dem letzten Kilometer geht es bergauf. Und wer schon mal bergauf im Pulverschnee gelaufen ist, der weiß wie kraftraubend das ist. Ich schmeiße mir schnell Schnee ins Gesicht um nochmal einen Powerschock zu bekommen. Es ist erfrischend und gibt nochmal den letzten Kick.Endlich da. Ich hab länger gebraucht als sonst, der Schnee und die Kälte haben schon ein bisschen Zeit eingestreift. Jetzt hab ich mir die Sauna und Dusche redlich verdient.

